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Leuchtturmprojekt: Evangelische Kirche plant neues Diakonisches Zentrum

In seiner Sitzung am Dienstag berät der Reutlinger Gemeinderat über die Aufstellung des Bebauungsplans Benzstraße/Lohmühlestraße/Gminderstraße. Das Areal befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Christuskirche. Die Evangelische Landeskirche plant hier ein diakonisches Zentrum, um die denkmalgeschützte, aber zu große Christuskirche erhalten zu können.

Die Christuskirche im Reutlinger Stadtteil „Tübinger Vorstadt". 1936 wurde sie erbaut als erster Neubau einer evangelischen Kirche im 20. Jahrhundert. Mittlerweile ist sie denkmalgeschützt, dient auch als Konzertkirche. Nach der Marienkirche ist sie die zweitgrößte evangelische Kirche in Reutlingen. Doch da immer mehr Menschen aus der Kirche austreten, wird es immer schwieriger große Kirchengebäude wie dieses zu erhalten. „Dafür brauchen wir aber zusätzliche Ideen, neue Ideen der Nutzungserweiterung, dass wir versuchen, auch andere Nutzungen in den Kirchenraum hineinzubringen, die dann auch zur Mitfinanzierung des Kirchengebäudes beitragen können", sagt Marcus Keinath, Dekan des evangelischen Kirchenbezirks Reutlingen.

 

Die Idee: ein diakonisches Zentrum. Es soll die Angebote bündeln, die derzeit in der Planie 17 untergebracht sind. Denn das Gebäude ist eng und nicht barrierefrei. Auch die Vesperkirche soll von der Nikolaikirche in die dann umgebaute größere Christuskirche wechseln. Dazu kommt Wohnraum für Menschen, die es auf dem Wohnungsmarkt schwer haben. Kurz: „Ein diakonisches Zentrum, das lebt, das ausstrahlt hier in das Viertel, das ein Ort ist, an dem wir unsere Arbeit sehr gut tun können, das barrierefrei ist, wo wir gut zusammenarbeiten können, weil Menschen gerne herkommen", wie es Pfarrer Dr. Joachum Rückle, Geschäftsführer des Diakonieverbandes Reutlingen ausdrückte.

Im angrenzenden Park soll eines der neuen Gebäude entstehen. Dabei gehen voraussichtlich je nach Variante acht bis 14 erhaltenswerte Bäume verloren. Ein zweites Gebäude kommt zwischen die Kirche und die angrenzende Hermann-Kurz-Schule. Hat der Gemeinderat das Aufstellungsverfahren eingeleitet, beginnt kommenden Mittwoch die Bürgerbeteiligung. „Wir wollen dann aber diesen Dialog mit Anwohnern, mit Interessierten weiterführen in einer ständigen Werkstatt, haben wir es mal genannt als ein offener Kreis, in dem wir Ideen entwickeln und generieren oder prüfen, wo könnte eine Lösung liegen?" sagte Pfarrer Rückle.

In diesem Jahr soll dann ein Architektenwettbewerb beginnen. Dieser ist weitgehend ergebnisoffen und soll sowohl die Grundstücksbebauung als auch den Umbau der Kirche betreffen. „Diese Verbindung von Neuem und Altem, das ist ein ganz wichtiger Punkt", sagte Dekan Keinath. „Ein zweiter wichtiger Punkt ist, dass der Kirchenraum zum einen seine sakrale Charakteristik behält und auf der anderen Seite aber als lebendiger Begegnungsort und Beratungsort eben auch funktioniert."

Als Zentrum eines neuen, lebendigen Quartiers soll die Christuskirche funktionieren, als Teil eines Leuchtturmprojekts der evangelischen Kirche.

(Zuletzt geändert: Dienstag, 05.10.21 - 14:59 Uhr   -   554 mal angesehen)
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