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Landkreis Reutlingen:

Landrat Fiedler blickt auf ein bewegtes Jahr zurück

Multiple Krisen, Klimaschutz-Projekte, Neubau-Pläne - für den Reutlinger Landrat Dr. Ulrich Fiedler hielt das Jahr 2022 neben dem Hauptgeschäft viele zusätzliche Baustellen bereit. Wie er und der Landkreis diese gemeistert haben und warum er den Krisen auch etwas Positives abgewinnen kann, hat er uns im Jahresinterview erzählt.

Wir treffen uns mit dem Reutlinger Landrat Dr. Ulrich Fiedler im historischen Landratsamt in der Bismarck-Straße. Noch ein paar Jahre wird er hier sein Büro haben, doch am anderen Ende der Innenstadt wird bereits kräftig gebaut. Im Frühjahr 2026 soll hier das neue Landratsamt stehen, das dann auch die verteilten Anlaufstellen der Ämter vereinen soll.

Klimaschutzprojekt: Neues Landratsamt

„Es ist unser größtes Klimaschutz-Projekt allen voran. Weil wir ja derzeit in vielen Liegenschaften untergebracht sind, die energetisch sanierungsbedürftig sind, die energetisch suboptimal sind", erklärt der Landrat. Aktuell sei man im Zeitplan, so Fiedler weiter. Doch angesichts der multiplen Krisen, wisse natürlich niemand, wie sich die Lage weiter entwickeln werde.

Krisen pushen andere Entwicklungen

Das Jahr 2022 war auch für den Landkreis Reutlingen ein herausfordernedes Jahr. Trotzdem versucht der Landrat, auch etwas Positives in all den Krisen zu sehen. So hätte es durch die Corona-Pandemie beispielsweise einen deutlichen Digitalisierungsschub gegeben, so der Landrat. „Und wenn man z.B. das Thema Energiekrise betrachtet, dann glaube ich auch hier erleben wir derzeit Entwicklungen in Richtung Klimaschutz, in Richtung Energieeinsparung. Entwicklungen, die wir ohne diese Krise nicht erlebt hätten", so Fiedler.

Mehr Flüchtlinge als 2015/2016 zusammen

Auch wenn es für das Landratsamt und die Behörden, angesichts des Übergangs der Corona-Pandemie in eine Endemie, Erleichterungen gibt, sind die Herausforderungen in 2022 stetig gewachsen. Denn auch in Reutlingen kommen viele Flüchtlinge an, mittlerweile nicht mehr nur aus der Ukraine. Vielen sei nicht bewusst, dass der Landkreis im Jahr 2022 mehr Geflüchtete aufgenommen habe als in 2015 und 2016 zusammen, so Fiedler. Und das sei, neben der Unterbringung, auch eine gesellschaftliche Herausforderung. Denn gerade Schulen, Kindertageseinrichtungen und medizinische Strukturen hätten allgemein schon unter einem Fachkräftemangel zu leiden.

„Die Strukturen sind belastet, auch in den Schulen, in den Kitas. Und zu den belasteten Strukturen kommen zusätzliche Menschen, das ist eine Herausforderung. Und ich glaube auch, die Aufnahmebereitschaft gerade in dieser multiplen Krisensituation, ist beachtlich. Das muss man wirklich sagen", so der Landrat.

Mehr Geld für den ÖPNV

Aber auch neben den Krisen, muss das Alltagsgeschäft im Landkreis weitergehen. Und dazu gehört auch das Thema Klimaschutz.

„Wir haben an der Regionalstadtbahn intensiv weitergearbeitet. Wir sind froh, dass das Modul 1 elektrifiziert ist. Wir hoffen, dass wir den Halbstunden-Takt bald umsetzen können. [...] Wir haben z.B den Expresso erweitert, wir haben den südlichen Landkreis im ÖPNV weiter erschlossen", zählt Fiedler auf.

In der Haushaltsplanung 2023 übersteigen die Aufwendungen für den ÖPNV zum ersten Mal die Aufwendungen für den Straßenbau, erklärt der Reutlinger Landrat, dessen Landkreis sich auch beim Thema Wasserstoff sehr engagiert. Der Landkreis Reutlingen ist einer von 15 Regionen, der als sogenannter HyExpert gefördert wird.

„Ich bin froh, dass wir da zwei Förderprojekte an Land ziehen konnten mit vielen Millionen an Fördersumme, die uns ermöglicht, tatsächlich einen Baustein der Energiewende, nämlich den des Wasserstoffs, in unserer Region mit Partnern voranzubringen", erklärt Fiedler.

Ist ein Neubau der Kreiskliniken wirtschaftlicher?

Ein Thema, das in 2022 für Diskussionen sorgte, waren die Pläne für einen Neubau der Kreiskliniken Reutlingen. Der Kreistag hatte einstimmig eine genauere Analyse eines möglichen Neubaus beschlossen, unter anderem aus Gründen der Wirtschaftlichkeit. Man müsse an vielen Stellen investieren, erklärt Fiedler. Deshalb stelle sich die Frage, ob es klüger und vor allem wirtschaftlicher sei, diese Investitionen in die bestehende Strukture zu investieren, also zu Sanieren oder neue Strukturen zu schaffen.

"Der Landkreis lächelt"

Mit Blick auf 2023 freut sich der Landrat vor allem auf viele Veranstaltungen und Aktionen zum 50. Jubiläum. Man habe sich bewusst gegen eine große Festveranstaltung entschieden. Lieber wolle man das Jubiläum mit mehreren kulturellen Highlights und Events über das Jahr hinweg feiern. Und auch mit Veröffentlichungen.Eine solche Veröffentlichung hat es bereits mit dem Buch „Burgen und Schlösser im Landkreis Reutlingen" gegeben. In dem Bildband werden insgesamt 34 Burgen und Schlösser vorgestellt – unter anderem auch viele geheimnissvolle, eher unbekanntere Bauwerke. Im Jubiläumsjahr soll es dann noch Live-Talks und ein historisches Kreissymposium geben. Zusätzlich soll der Landkreis auch von oben vorgestellt werden. Außerdem soll es noch ein Projekt geben, dass sich „Der Landkreis lächelt" nennt.

„Wir werden an verschiedenen Veranstaltungen unzählige Aufnahmen von Kreisbürgerinnen und Kreisbürgern machen, die wir dann am Ende in einem Bild übereinanderlegen. Das ist eine ganz besondere Technik und da kriegen wir den lächelnden Landkreisbürger", verspricht Fiedler.

Auf dieses Lächeln sind wir schon jetzt gespannt – und auch Landrat Fiedler beendet das Jahresinterview mit einem Lächeln und geht optimistisch ins neue Jahr.

(Zuletzt geändert: Montag, 09.01.23 - 15:07 Uhr   -   696 mal angesehen)
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