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Ärzte auf der Straße

Tausende Beschäftigte an Uni-Kliniken in ganz Deutschland sind am Dienstag auf die Straße gegangen. Zum Warnstreik hatte die Ärztegewerkschaft Marburger Bund aufgerufen. Der Grund: In drei Verhandlungsrunden mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder - kurz: TdL - hatte diese den Forderungen der Ärzte nach besseren Tarif- und Arbeitsbedingungen bisher nicht zugestimmt. Auch in Tübingen hatten die Beschäftigten des UKT den weißen Kittel gegen orangene Westen getauscht.

Mehrere Hundert Ärzte waren es, die die Tübinger Straßen am Dienstagvormittag fest im Griff hatten. Fast die Hälfte der Belegschaft des UKT habe sich laut einer Sprecherin an dem Streik beteiligt. Und das, obwohl in Tübingen zunächst gar keine Maßnahmen geplant gewesen waren.

"Ich bin total zufrieden, zumal wir jetzt wirklich keine lange Vorbereitungszeit hatten. Es war eigentlich auch ursprünglich gar nicht geplant dass wir hier streiken, weil die zentrale Kundgebung ja eigentlich in Hannover ist, nur Hannover ist von Tübingen wirklich sehr weit weg" sagte Fachärztin Katrina Binder.

Da die Bereitschaft zu streiken aber auch in Tübingen da gewesen sei, habe man sich ebenfalls für eine Aktion entschieden. Ihr Weg führte die Beteiligten von den Uni-Kliniken Berg bis in die Altstadt, wo sich alle auf dem Marktplatz sammelten.

Von dort aus sendeten die Streikenden dann auch lautstarke Grüße zu den Kollegen nach Hannover. Doch auch an anderen Uniklinik-Standorten waren die Ärzte auf die Straße gegangen. Für alle fordert der Marburger Bund unter anderem linear 12,5 Prozent mehr Gehalt – bezogen auf ein Jahr. Doch es geht nicht nur ums Geld.

"Da geht es darum, dass wir bessere Arbeitsbedingungen bekommen und einen Aufschluss zu den kleineren Kliniken, weil die gerade im Durchschnitt mehr verdienen als die Ärztinnen und Ärzte an Unikliniken. Dadurch haben wir wirklich ein Problem, Leute zu finden die bei uns arbeiten" erläuterte Binder.

Das führe dazu, dass das vorhandene Personal zu viele Schichten übernehmen müsse und deshalb übermüdet ist. Etwas, das auch die Ärzte in Tübingen so sehen, was sie auf ihren Schildern auch deutlich machten.

Doch es gebe nicht nur zu viele Ärzte, die zu den Randzeiten wie Nachtschichten arbeiten müssten, diese seien auch zu schlecht bezahlt.

"Es geht um die bessere Bezahlung von Arbeitszeit in der Randzeit, also in der Nacht, am Morgen oder am Wochenende. Da geht es darum, dass einfach die Zuschläge erhöht werden, weil diese Arbeit einfach besonders belastend ist und auch besonders anstrengend und es soll auch gar nicht so viel Arbeit in diese Zeit verlegt werden" sagte Binder.

Langfristig müsse es das Ziel sein, dass wieder mehr Menschen auch dauerhaft an den Unikliniken arbeiten, und nicht an andere Krankenhäuser wechseln. Denn das Personal werde überall gebraucht.

Der Streik in Tübingen hatte zur Folge, dass beispielsweise aufschiebbare Operationen verlegt werden mussten. Für Patienten, deren Zustand keinen Aufschub zuließ, hatte die Uniklinik eine Notdienstvereinbarung getroffen. Denn, das betonten auch die Beteiligten auf dem Marktplatz, bei allem Recht auf Streik sei man den Patienten dennoch weiterhin verpflichtet.

(Zuletzt geändert: Dienstag, 30.01.24 - 16:56 Uhr   -   1283 mal angesehen)
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