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Marktspektakel zum internationalen Frauentag

Der 8. März ist nicht nur der Tag der Landtagswahl in Baden-Württemberg, sondern auch der Internationale Frauentag. Und in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern ist er sogar ein gesetzlicher Feiertag. Aus diesem Anlass gab es bereits heute, am Samstag, in der Region mehrere Veranstaltungen zum Thema, darunter das Marktspektakel in Tübingen.

Mit dem Lied "What happens when a woman takes power" – also "Was passiert, wenn eine Frau die Macht ergreift" – begann die zweistündige Demonstration auf dem Marktplatz. Eine Frage, mit der sich auch Ulrike Held vom Frauenverband Courage beschäftigt: "Ich denke, wenn die Mehrheit der Masse der Frauen das Sagen hätte, dann wäre zum Beispiel die Frage von solchen Kriegen total in Frage gestellt. Warum sollen wir die tun? Ich sage aber nicht: jede Frau gehört dazu. Es gibt auch Frauen wie Alice Weidel, die würden Kriege führen. Aber die Masse der Frauen, die Kinder geboren haben, die wollen das nicht." Frauen gehe es weniger um Profit als vielmehr darum, die Umwelt zu schützen, gegen Rassismus, Völkermord und sexuellen Missbrauch zu kämpfen. Themen, die mitunter schon beim ersten Internationalen Frauentag 1911 auf der Tagesordnung standen.

International sei die Lage eher schlimmer geworden. "Wenn man zum Beispiel nach Afghanistan oder Iran blickt, wo die Frauen einfach gar keine Rechte haben, wo sie sich voll verschleiern müssen. Dann aber auch Polen, wo immer die Auseinandersetzung ist, ob Schwangerschaftsabbruch möglich ist oder nicht. Oder in Argentinien, da haben die Frauen ja Schwangerschaftsabbruch erkämpft und der jetzige Machthaber will das wieder abschaffen." Ein Thema, das auch in Deutschland auf wackligen Füßen stehe, wie die Frauenrechtlerin betont. Auch bekämen Frauen für die gleiche Arbeit immer noch nicht den gleichen Lohn. "Dann ist die Frage: wenn Frauen Gewalt erleben, wie ist es mit dem Schutz? Die Frauenhäuser haben viel zu wenig Geld. Dann die Frage der Kinderbetreuung und die Berufstätigkeit und dass wir im Alter genügend Geld haben, hängt doch mit da daran, dass wir auch arbeiten können. Und dass die Kinder gut aufgehoben sind und nicht irgendwie. Wenn in diesen Bereichen gekürzt wird, geht das alles wieder auf Kosten der Frauen."

In freien Redebeiträgen konnten sich Frauen wie Männer zur Gleichberechtigung äußern. Dabei kamen unter anderem die Themen Teilzeitanspruch und Ehegattensplitting auf den Tisch sowie Forderungen an die Politik. "So wie die Wahl wahrscheinlich ausgehen wird, irgendwie grün-schwarz, erhoffe ich mir nichts Besonderes und keine weiteren Rechte", so Ulrike Held. "Ich glaube auch nicht, dass die sich besonders für die Frauenrechte einsetzen. Ich glaube, dass wir das von der Straße mit erkämpfen müssen. Und ich glaube, dass diese neue Regierung auch wieder von uns von unten Druck kriegt, von den Frauen und Männern zusammen."

Am morgigen Internationalen Frauentag gibt es im Gemeindehaus Lamm am Tübinger Marktplatz eine Veranstaltung zum Thema "Gesundheit betrifft uns alle – aber nicht alle gleichermaßen". Am Montag rufen verschiedene Initiativen zudem zum Frauenstreiktag auf, ebenfalls auf dem Marktplatz sowie am Holzmarkt.

(Zuletzt geändert: Samstag, 07.03.26 - 16:04 Uhr   -   226 mal angesehen)
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