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Dankesbriefe von RBB-Mitarbeitern an Skandal-Aufdecker

Der RBB hat seinen Skandal um Geldverschwendung nach Auffassung der Journalisten, die ihn aufgedeckt haben, falsch eingeschätzt. Die Senderchefs hätten Anwälte gegen die Recherchen in Stellung gebracht. Mitarbeiter hingegen hätten Dankesbriefe geschrieben.
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Der RBB und dessen frühere Intendantin "hatten die Geschichte völlig falsch eingeschätzt", meinen Kayhan Özgenc, Chefredakteur von Business Insider und Jakob Wais, Vorsitzender von Chefredaktion und Geschäftsführung. Das Springer-Medium hatte die Missstände in der Führungsriege der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt mit luxuriösen Dienstwagen, anrüchigen Firmenrabatten, mutmaßlicher Vetternwirtschaft, Luxus-Büroausstattung und der privaten Verwendung von Gebührengeldern aufgedeckt.

Nach Ansicht von Özgenc bestand der größte Fehler des RBB darin, dass Patricia Schlesinger ihr eigenes Haus gegen sich aufgebracht habe. Er berichtet im Interview mit dem Branchenmagazin journalist von der Aufzeichnung einer Belegschaftsversammlung von Anfang Juli, die dem Business Insider zugespielt wurde: "In der Sitzung hat Patricia Schlesinger ihre eigenen Leute beschimpft und das Leaken solcher Informationen - ausgerechnet an Axel-Springer-Medien - als Akt der Illoyalität bezeichnet. Das war schon krass und hat uns und anderen Medien den Nährboden für weitere Berichterstattung bereitet."

Die Bekanntheit von Patricia Schlesinger als damalige ARD-Vorsitzende habe geholfen, die Geschichte so groß zu fahren, dass der RBB schon früh presserechtliche Schritte androhte, berichtet Wais. "Die sind mit einiger Verzögerung auch erfolgt, aber wir konnten die Aufforderungen zur Unterlassung in allen Punkten zurückweisen." Zwar sei es eine ernstzunehmende Botschaft, wenn eine Anstalt wie der RBB einen renommierten Anwalt auf den Business Insider ansetzt. "Das heißt aber nicht, dass wir unsere Recherchen einschränken."

Zum Vorwurf gezielter Kampagnen von Axel Springer gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk sagt Özgenc im journalist: "Sollte es eine Frontstellung von welcher Seite auch immer geben, dann gilt sie nicht für uns." Das klinge für ihn nach Vorgestern. Zudem seien die Kampagnen-Vorwürfe nahezu ausnahmslos von der RBB-Spitze um Patricia Schlesinger gekommen. "Sie können sich kaum vorstellen, wie viele Dankesschreiben wir hingegen mittlerweile von Mitarbeitern des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gekriegt haben, die zum Ausdruck bringen: Endlich kommt das alles mal raus."

(Zuletzt geändert: Dienstag, 04.10.22 - 19:44 Uhr   -   1319 mal angesehen)
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