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HWK: Sorgenvoller Blick in die Zukunft

Die Handwerkskammer Reutlingen blickt zunehmend besorgt auf die aktuelle Lage im Handwerk. Neben den Finanzen kämpfen die Verantwortlichen mit einigen politischen Entscheidungen, doch es gibt auch einen Hoffnungsschimmer.

Die Wolken über der Handwerkskammer Reutlingen werden dunkler, und am Horizont ist sogar bereits das ein- oder andere Gewitter erkennbar.

So beschreibt Präsident Alexander Wälde zumindest metaphorisch die Lage des Handwerks im Zuständigkeitsbereich der HWK Reutlingen. Konkret heißen die Wolken im Handwerk Fachkräftemangel und demografischer Wandel.

Aber auch politische Entscheidungen wie das Wärmepumpengesetz vor zwei Jahren hätten dem Handwerk zugesetzt.

"Die Planbarkeit fehlt uns gerade ein wenig in der Politik. Deshalb ist es ein bisschen schwierig und deshalb sage ich ruhig auch ehrlich hier heute: Mein positives Denken hat sich durch die politische Lage im Land wie im Bund ein bisschen negativer gestimmt. Das Handwerk sieht negativ in die Zukunft und wo die Reise hingeht" so Wälde.

Aktuell werde das Handwerk in der Bundespolitik zu wenig wahrgenommen, so die Kritik des HWK-Präsidenten. Und das, obwohl sich zum Beispiel die Ausbildungssituation aktuell wieder verbessert.

"Aktuell freuen wir uns tatsächlich in ganz Baden-Württemberg, aber auch im Bundesgebiet, über eine gesteigerte Nachfrage von Handwerksberufen. Ich denke tatsächlich, die Jugendlichen haben begriffen, dass Handwerksberufe 'KI-Save' sind. Sprich, sie werden nie ersetzt werden durch Künstliche Intelligenz. Sondern sie werden Künstliche Intelligenz sicher nutzen, um effizienter zu werden in ihrem Beruf" kommentiert Hauptgeschäftsführerin Nowottny.

Vor allem die Berufe Elektroniker, Anlagenmechaniker und KFZ-Mechatroniker seien besonders nachgefragt gewesen.

Sorgen machen Nowottny hingegen die aktuellen Konjunkturumfragen. Mit Blick auf die Auftragslage und die Investitionsbereitschaft hätten die Betriebe ihre Lage seit 2009 nicht mehr so schlecht eingeschätzt wie aktuell.

Doch auch auf dem eigenen Konto sieht es ebenfalls nicht unbedingt rosig aus. Deshalb denkt die HWK erstmals seit langem wieder über Beitragserhöhungen nach.

"Das Geld wird knapper. Das ist bei uns nicht anders wie bei den Kommunen, wenn auch etwas zeitverzögert. Wir werden tatsächlich das erste Mal seit langem wieder über Beitragsanpassungen nachdenken müssen. Wie hoch die sein werden, wissen wir noch nicht. Wir werden erst einmal sehen müssen, wie das kommende Jahr läuft, die Zahlen haben wir noch nicht. Das werden wir im September ungefähr wissen oder im Oktober" so der Geschäftsbereichsleiter Finanzen und Controlling, David Blank.

Finanziell möchte man die Betriebe von Seiten der Kammer aber nicht noch mehr belasten. Deshalb gelte es, das Mittelmaß zwischen Beitragserhöhungen und Einsparungen zu finden, damit die Wolken am Himmel sich möglichst bald wieder lichten.

(Zuletzt geändert: Mittwoch, 15.07.26 - 16:37 Uhr   -   220 mal angesehen)
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