Reutlingen:
Das sagt Thomas Keck über seine USA-Reise
Rund 6.400 Kilometer Luftlinie sind es von Reutlingen nach Reading, Pennsylvania. Mit der amerikanischen Stadt, etwa eineinhalb Autostunden nördlich von Philadelphia gelegen, verbindet die Reutlingen bereits seit 1998 eine offizielle Städtepartnerschaft. Anlässlich des 250. Jahrestags der Unabhängigkeitserklärung hat Thomas Keck den USA einen Besuch abgestattet. Eine Reise, die Spuren hinterlassen hat. Wir haben mit dem Oberbürgermeister über seine Eindrücke gesprochen.
Friedrich List ist das Bindeglied zwischen Reutlingen und Reading, auf dem die heutige Partnerschaft beider Städte basiert. Denn der Reutlinger Ehrenbürger und Volkswirtschaftler lebte im 19. Jahrhundert zeitweise in Reading und war dort unter anderem als Redakteur für eine deutschsprachige Zeitung tätig. Seine Reise in die Partnerstadt hat Thomas Keck – trotz des feierlichen Anlasses – nachdenklich gestimmt.
"Das ist so ein Bauchgefühl. Es herrscht tatsächlich ein Stück weit eine bedrückende Stimmung. Die Trumpisten sind da, sie kommen nach oben. Reading ist nach wie vor von einer demokratischen Mehrheit getragen. Also die Democrats stellen den Bürgermeister. Aber die Trumpisten sind da und ich habe gemerkt, die Leute reden nicht mehr offen. [...] Einer meiner mittlerweile guten Freunde dort – emeritierter Hochschulprofessor – sagte: Wir sind jetzt da, wo ihr Deutschen 1932 wart" so Keck.
Eine Aussage, die Keck auch eineinhalb Monate nach seiner Reise noch beschäftigt. In der Rede, die er selbst vor den Verwaltungsspitzen gehalten hatte, habe er sich dennoch dankbar zeigen wollen, aber auch auf die politischen Spannungen in Deutschland und den USA hinweisen wollen. Ein Ansatz, der nicht nur gut angekommen sei.
"Stand der Commissioner auf – ein hoher Exekutivbeamter mit deutschstämmigem Namen – und meinte: Was Deutschland und die Vereinigten Staaten von Amerika verbinde, habe mit Politik nichts zu tun. Was uns verbinde sei: Freedom, freedom, freedom. Und dann ging er" berichtet der OB.
Erst im Anschluss hätten sich mehrere Teilnehmer bei ihm für die Rede bedankt, erzählt Keck. Sorgen bereitet ihm der Blick in die Zukunft einiger Amerikaner.
"Die haben schon zum Teil Plan B. Das geht bis zum Verlassen des Landes der Heimat. Und das ist schon hammerhart, das gibt mir zu denken seit her. Und ich kann nur hoffen, dass unsere amerikanischen Freunde aus dieser Gasse wieder heraus kommen" so Keck.
Was derzeit fehle, seine die Stimmen der großen Demokraten. Und auch in Deutschland müsse man die Situation im Blick behalten, auch wenn er diese als weniger drastisch einstuft.
Den Kontakt in die USA und nach Reading will Keck in jedem Fall aufrecht erhalten. Auch wenn der Blick nach vorne zur Zeit undurchsichtig erscheint.










