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Rottenburg:

"Wir brauchen die große Lösung" - Bürgerinitiative äußert sich zum Bürgerentscheid Schlachthof

Es war in dieser Deutlichkeit eine Überraschung: Beim Bürgerentscheid am Sonntag in Rottenburg haben sich knapp 81 Prozent der Wähler dafür entschieden, dass der Schlachthof weiter betrieben werden soll. Ein Beschluss des Gemeinderats, der ebenfalls mit großer Mehrheit für das Ende des Schlachtbetriebs in Rottenburg und für eine Beteiligung am Schlachthof in Gärtringen gestimmt hatte, ist damit vom Tisch.
Regionales Schlachten

Der Schlachthof in Rottenburg soll also weiter betrieben werden. So haben es die Bürger der Bischofstadt mit großer Mehrheit entschieden – und damit Verwaltung und Gemeinderatsmehrheit eine Absage erteilt. 80,95 %waren dafür, 19,05 % dagegen. Das Quorum der Ja-Stimmen von zwanzig Prozent der Wahlberechtigten wurde erreicht. Damit ist der Bürgerentscheid bindend.

„Es ist ein Super-Ergebnis", freut sich Franziska Rauser vom Heuberger Hof, zugleich Mitglied der Bürgerinitiative „Fair & regional". „Was mich am meisten freut, ist das klare Ergebnis." 80 Prozent, das sei eine klare Ansage Richtung Stadt, das diese jetzt ernst nehmen müsse, so Rauser weiter.

Für Klaus Weber, Sprecher der Bürgerinitiative, ist klar, warum der Bürgerentscheid so ausging – auch in dieser Deutlichkeit. Es lag an der Heimatverbundenheit und Heimatliebe der Rottenburger. „Ganz viele Menschen haben uns ganz persönlich sofort berichtet von ihren Erfahrungen mit der Hausschlachtung und dass ihre Eltern und Großeltern noch ein Stückle gehabt haben, und für sie ist das ein selbstverständlicher Teil ihrer Heimat, der ihnen genommen werden soll", so Weber.

Ein anderer Aspekt: das Tierwohl. Die Bürgerinitiative berichtet von viel positiver Resonanz im Wahlkampf – auch von Vegetariern und Veganern. Auch Bauern, die selber Tiere halten, haben sich für den Erhalt des Schlachthofs engagiert.

Landwirt und Metzger Wolfgang Narr: „Ich kenne den Schlachthof in- und auswendig, ich kenne auch andere Schlachthöfe, und ich muss sagen, dass der Tierwohlstandard hier in Rottenburg enorm wichtig ist für uns Landwirte, weil wir kurze Transportwege haben, ich habe gerade mal sechs Minuten zum Schlachthof."

Auch der Betreiber des Schlachthofs Marco Helle äußerte sich erfreut über den Bürgerentscheid: „Mit dem Ergebnis von 80 Prozent sieht man eigentlich, dass die Bevölkerung dafür ist, vor allem die Rottenburger für die Regionalität und dass hier noch ein Schlachthof existiert und betrieben wird. Und das sollte eigentlich ein klares Signal an die Stadt und den Gemeinderat sein."

Und wie soll es jetzt weitergehen? Das ist unklar. Aber die Bürgerinitiative will hier mit allen Beteiligten und mit Stadtverwaltung und Gemeinderat kooperieren.

„Dass wir uns jetzt alle zusammen an einen Tisch setzen und sagen: Wir brauchen die große Lösung, nicht nur klein-klein, dass wir diese 50 Prozent herausschälen für den Betrieb des Schlachthofs, sondern wir müssen eine Gesamtlösung finden für das Areal, für das anschließende Bürgerwachheim-Areal, und dass wir da zukunftsweisend Tradition und Moderne verbinden", sagte Klaus Weber.

Auch Oberbürgermeister Stephan Neher haben wir um eine Stellungnahme zum Bürgerentscheid gebeten. Seine Antwort lesen Sie morgen.

(Zuletzt geändert: Montag, 23.01.23 - 17:27 Uhr   -   486 mal angesehen)
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