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ARD und ZDF stellen drei TV-Sender ein

Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF planen eine umfassende Neuordnung ihrer Spartenkanäle. Im Zuge dieser Reform sollen die Sender ONE, ARD alpha und Tagesschau24 bis zum 31. Dezember eingestellt werden.
TV Fernbedienung

Ab 1. Januar 2027 wollen ARD und ZDF mehrere gemeinsame Angebote betreiben und sich dabei stärker auf digitale Nutzung und jüngere Zielgruppen konzentrieren. Hintergrund ist der Reform-Medienstaatsvertrag der Bundesländer, der eine Verringerung der linearen Fernsehprogramme und eine stärkere Zusammenarbeit der beiden Sender vorsieht. Im Zuge dieser Reform sollen die Sender ONE, ARD alpha und Tagesschau24 bis zum 31. Dezember 2026 eingestellt werden.

Neue gemeinsame Senderstruktur

Die bisherigen Programme werden teilweise zusammengelegt oder in bestehende Gemeinschaftssender integriert. Künftig sollen drei zentrale Angebote im Mittelpunkt stehen:

Phoenix wird zum zentralen Informationskanal ausgebaut. Dort sollen künftig Nachrichtenformate, politische Berichterstattung aus Parlamenten sowie Hintergrund- und Diskussionssendungen gebündelt werden. Inhalte von Tagesschau24 gehen in diesem Angebot auf.

ZDFneo entwickelt sich zu einem gemeinsamen Programm für junge Erwachsene, das künftig von beiden Anstalten verantwortet wird.

ZDFinfo wird zu einem gemeinsamen Dokumentations- und Wissenskanal erweitert und übernimmt damit Funktionen, die bisher bei ARD-alpha lagen.

Nach Angaben der Sender konzentriert sich die neue Struktur auf jene Programmbereiche, die besonders stark genutzt werden: Information, Dokumentationen, Bildung und Angebote für junge Erwachsene.

Reform durch Medienstaatsvertrag

Der Umbau geht auf den Reformstaatsvertrag der Länder zurück, der Ende 2025 in Kraft getreten ist. Darin werden ARD und ZDF verpflichtet, die Zahl ihrer linearen Kanäle zu reduzieren und stärker zusammenzuarbeiten. Ziel der Reform ist es, Ressourcen zu bündeln und gleichzeitig relevante Inhalte für ein zunehmend digitales Publikum bereitzustellen.

Die neuen Programme sollen vor dem offiziellen Start zunächst getestet werden. Arbeitsgruppen beider Sender arbeiten derzeit an der konkreten Ausgestaltung, bevor 2027 der reguläre Betrieb beginnt. Bei der ARD müssen zudem noch interne Gremien zustimmen.

Senderchefs setzen auf Kooperation

ZDF-Intendant Norbert Himmler erklärte, die neue Struktur verbinde die Stärken beider Rundfunkanstalten. Zwar sei die Zusammenlegung zuvor getrennt geführter Angebote komplex gewesen, letztlich habe man sich aber konsequent an den Interessen der Zielgruppen orientiert.

Auch ARD-Vorsitzender Florian Hager sieht Vorteile in der engeren Kooperation. Gemeinsame Projekte wie das Online-Netzwerk funk oder der Kinderkanal KiKA hätten bereits gezeigt, wie erfolgreich Kooperationen sein können – besonders im digitalen Bereich.

Unterstützung aus der Politik

Die Reform wird auch von der Medienpolitik begrüßt. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer, Vorsitzender der Rundfunkkommission der Länder, bezeichnete den Schritt als wichtigen Teil der Modernisierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Ziel sei es, weniger einzelne Spartenprogramme zu betreiben und stattdessen stärker profilierte Angebote zu schaffen.

Kritik und Erwartungen der Gewerkschaften

Die Gewerkschaft Verdi fordert gleichzeitig, dass die Sender ihre Inhalte konsequent an den Interessen jüngerer Menschen ausrichten. Um langfristig Akzeptanz für öffentlich-rechtliche Medien zu sichern, müssten attraktive Informations-, Bildungs- und Unterhaltungsangebote für diese Zielgruppe im Mittelpunkt stehen. Auch bei der Verwendung finanzieller Mittel müsse dieser Schwerpunkt sichtbar werden.

Vorbilder für die Zusammenarbeit

Gemeinschaftsprogramme zwischen ARD und ZDF gibt es bereits seit Jahren. Beispiele sind die Kulturkanäle Arte und 3sat sowie der Nachrichtensender Phoenix. Diese Kooperationen dienen nun als Modell für die geplante Neustrukturierung.

Mit der Reform reagieren ARD und ZDF auf veränderte Mediengewohnheiten: Lineares Fernsehen verliert an Bedeutung, während digitale Plattformen und zielgruppenspezifische Inhalte zunehmend wichtiger werden. Die neue Senderstruktur soll diesen Wandel im öffentlich-rechtlichen Rundfunk stärker abbilden.

(Zuletzt geändert: Mittwoch, 04.03.26 - 15:08 Uhr   -   107 mal angesehen)
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