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Deutscher Mühlentag in der Baumannschen Mühle

Traditionell öffnen am Pfingstmontag bundesweit 650 historische Mühlen ihre Türen. Die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühleerhaltung lädt zum Deutschen Mühlentag ein. Auch die Stadt Pfullingen beteiligt sich an diesem Aktionstag mit der ehemaligen Baumann'schen Mühle. Dort ist das Mühlen- und Trachtenmuseum untergebracht.

Die Baumannsche Mühle in Pfullingen. Seit 1799 wurde hier Korn zu Mehl gemahlen. Bis weit ins zwanzigste Jahrhundert hinein. "Bis 1963", sagte der ehrenamtliche Mühlenführer Hartmut Seeger, "Da hat der damalige Müller nach dem Mühlenschließungsgesetz diese Mühle stillgelegt. Er bekam dafür 63.000 D-Mark."

Dafür musste er die Mühle unbrauchbar machen. Die ganze Technik wurde verkauft und nach Amerika verschifft. Die Mühleneinrichtung, die heute hier zu sehen ist, stammt also nicht aus der Baumannschen Mühle und ist trotzdem original. Nämlich aus der Haydschen Mühle in der Klosterstraße. 

Und sie ist so, wie sie da steht, auch heute noch funktionsfähig. Allerdings hat der gemächliche Museumsbetrieb mit dem Alltag eines Müllers nur wenig zu tun. 

"Ja, Ja, da läuft sie natürlich wesentlich schneller", so Hartmut Seeger, "da ist der Mehlstaub da, da ist der Krach da, gell, das ist nicht so wie jetzt hier mit dieser langsamen Bewegung und alles ruhig und friedlich. Da war natürlich eine gewisse Hektik früher in der Mühle."

Das letzte Mal im „Vollbetrieb" war die Mühle während der Dreharbeiten von „Laible und Frisch", als die Mühlenszenen hier gedreht wurden.

Im Mühlenmuseum lassen sich gut die einzelnen Arbeitsschritte auf dem Weg vom Korn zum Mehl nachvollziehen. Wichtig ist: Bevor das Korn gemahlen wird, muss es erst mal gesäubert werden. Hartmut Seeger: "Man musste zuerst einmal die groben Dinge raussortieren, also, beispielsweise Papier, wo die Bauern ihre Säcke gestopft haben, zum Beispiel Steine vom Acker oder naja, gut Katzenkot und ähnliches, dann wurde es wieder feiner gemacht, dann wird es fünfmal gereinigt."

Erst nach fünfmaliger Reinigung konnte es gemahlen werden, und auch beim Mahlen gab es mehrere Gänge. Aus Korn wurde Schrot, dann Grieß, dann Dunst und schließlich Mehl.

Mit dem Ausbau des Stromnetzes verloren allerdings die Mühlen an Bedeutung und verschwanden nach und nach. Hartmut Seeger: "Also, viele Mühlen waren einfach nicht mehr rentabel. Und zwar deshalb, weil diese Großmühlen, die elektrisch betrieben wurden, wesentlich schneller und billiger gearbeitet haben als die Dorfmühlen, die mit Wasserkraft gearbeitet haben."

Wer mehr über Mühlen erfahren möchte: Das Trachten- und Mühlenmuseum in der Baumannschen Mühle in Pfullingen ist bis Oktober immer am Sonntag ab 14 Uhr geöffnet.

(Zuletzt geändert: Montag, 25.05.26 - 14:56 Uhr   -   131 mal angesehen)
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